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Das eine Leben

Schreiberei von Aurelia Elia.

Twitter. Instagram. Das eine Bild. Fragen und Klagen.

Jan 27 '14

Pionier

Ich werde ein Pionier sein, ein ganz Grosser!

Rief schon mein Grossvater, den Kater streichelnd.

Bis er starb, jeden Tag derselbe Ruf.

Was schliesslich auch auf seinem Grabstein stand.

Der Geiger spielte kurz die Todeslieder.

Für eine Genesung war es nun zu spät.

Sein Testament stand auf Toilettenpapier.

Auf’m Topf hatte er stets Zeit zum Nachdenken.

Mein liebes Enkelkind du wirst es sein.

Du wirst ein Pionier sein, der Grösste, Ja!

Schau einfach nur zu meinem Kater Kurtli.

P.S: Seine Dickköpfigkeit hat er von mir.

So trug ich schnell nach Hause die vier Pfoten,

hockte mich mit Kurtli auf‘s Sofa, streichelnd.

So lebten wir zusammen, Jahr um Jahr.

Eingewachsen im grünen Pflanzenmeer.

Und die grüne Hauswand ward laut gepriesen.

Großvaters Dickköpfigkeit sei Dank. 

9 notes

Jan 23 '14

Kacke

20 notes

Jan 20 '14

Welt

An diesem Morgen bin ich aufgestanden. Habe meine Haare hochgesteckt, das Gesicht gewaschen, die Zähne geputzt und mich angezogen, am Schluss die Schuhe. Danach habe ich die Wohnung verlassen und ich fühlte mich gut. Mit Musik in den Ohren lief ich durch die Strassen und ich lief so lange, bis ich nichts mehr fühlte. Kein gut und kein böse. Ich lief so lange, bis die Menschen ihre Gesichter verloren. Kein hässlich und kein schön. Ich lief so lange, bis die Steine vom Himmel fielen. Alle Gebäude eingebrochen. Und ich lief so lange, bis ich sah was die Welt wirklich ist. 

28 notes

Jan 17 '14

Deine Welt ist schön.

16 notes

Jan 10 '14

Ich drehe mich durch das Feld, wippe mit den Blumen, die Arme ausgespannt. Das Gesicht verzogen um laut zu lachen. Zu schwach um zu fliegen. Zu stark um einzuknicken. Ich und die Blumen. 

23 notes

Jan 7 '14

Name

Sie rufen deinen Namen, sagen wie du bist, wie es dir geht. Sie rufen deinen Namen voller Wissen über dich, glauben an deinen Namen, wie er dich gibt. Sie sagen über deinen Namen Dinge, Dinge die du nicht hören willst. Sie sagen wer du warst, sein sollst, werden wirst, wenn sie deinen Namen rufen und dich fragen wer du bist und wie es dir geht.

41 notes

Jan 4 '14

Ein Ort

Ich habe gehört, weit weg von hier gibt es einen wunderschönen Ort. Einen Ort voller Licht und Liebe. Ich habe gehört, dass dort die Menschen glücklich sind. Ich habe gehört, dass auch da nicht alles und alle perfekt sind. Ich habe gehört, dass  gar nichts Perfekt sein muss um schön und glücklich zu sein. Und ich habe gehört, dass weit Weg oftmals auch ganz Nah sein kann, ganz nah bei mir.

20 notes

Jan 3 '14

Sie biegt in eine schmale Gasse ein. Die Hände im Hosensack. Der Blick zum Boden, zu den rauen Kieselsteinen und den großen Pfützen. Langsam geht sie ihnen aus dem Weg. 

12 notes

Jan 2 '14

Sonne

Wir fahren auf die Sonne zu. Fahren und fahren weite Wege, während die Sonne auf und unter geht.  Wir wollen sie einfangen, festhalten, hoch heben.  Sie vom Himmel nehmen und sie in die Welt hinaustragen. Wir werden sie einfach so unter den Arm nehmen, sie mit uns mitnehmen, auf sie aufpassen. So wie ein zweites wunderbares Herz, das für immer da ist und nie aufhören wird zu schlagen. 

10 notes

Dec 24 '13

Reblogge dies bis an Weihnachten und ich schreibe einen Text, der zu deinem persönlichen Blog passt!

720 notes

Dec 24 '13

Der Weihnachtsbaum

"Es ist eine Kälte, dass Gott erbarm! Klagte die alte Linde,bog sich knarrend im Winde und klopfte leise mit knorrigem Arm im Flockentreiben an die Fensterscheiben. Es ist eine Kälte, dass Gott erbarm! Drinnen im Zimmer war’s warm. Da tanzte der Feuerschein so nett auf dem weißen Kachelofen Ballett. Zwei Bratäpfel in der Röhre belauschten, wie die glühenden Kohlen behaglich verstohlen Kobold- und Geistergeschichten tauschten. Dicht am Fenster im kleinen Raum da stand, behangen mit süßem Konfekt, vergoldeten Nüssen und mit Lichtern besteckt, der Weihnachtsbaum. Und sie brannten alle, die vielen Lichter, aber noch heller strahlten am Tisch (Es lässt sich wohl denken bei den vielen Geschenken) drei blühende, glühende Kindergesichter. Das war ein Geflimmer im Kerzenschimmer! Es lag ein so lieblicher Duft in der Luft nach Nadelwald, Äpfeln und heißem Wachs. Tatti, der dicke Dachs, schlief auf dem Sofa und stöhnte behaglich. Er träumte lebhaft, wovon, war fraglich, aber ganz sicher war es indessen, er hatte sich schon (die Uhr war erst zehn) - doch man musste’s gestehen - es war ja zu sehn, er hatte sich furchtbar überfressen. Im Schaukelstuhl lehnte der Herzenspapa auf dem nagelneuen Kissen und sah über ein Buch hinweg auf die liebe Mama, auf die Kinderfreude und auf den Baum. Schade, nur schade, er bemerkte es kaum, wie schnurgerade die Bleisoldaten auf dem Baukasten standen und wie schnell die Pfefferkuchen verschwanden. Und die liebste Mama? – Sie saß am Klavier. Es war so schön, was sie spielte und sang, ein Weihnachtslied, das zu Herzen drang. Lautlos horchten die andern Vier. Der Kuckuck trat vor aus der Schwarzwälderuhr, als ob auch ihm die Weise gefiel. Leise, ergreifend verhallte das Spiel. Das Eis an den Fensterscheiben taute und der Tannenbaum schaute durchs Fenster die Linde da draußen, kahl und beschneit mit ihrer geborstenen Rinde. Da dachte er an verflossene Zeit und an eine andere Linde, die am Waldesrand einst neben ihm stand, die hatten in guten und schlechten Tagen einander immer so lieb gehabt. Dann wurde die Tanne abgeschlagen, zusammengebunden und fortgetragen. Die Linde, die Freundin, die ließ man stehn. Auf Wiedersehn! Auf Wiedersehn! So hatte sie damals gewinkt noch zuletzt. Ja, daran dachte der Weihnachtsbaum jetzt, und keiner sah es, wie traurig dann ein Tröpfchen Harz, eine stille Träne, aus seinem Stamme zu Boden rann."

— Joachim Ringelnatz

12 notes

Dec 15 '13

Schauspieler

Ich hab dich gesehen, an dieser Party. Ich wusste wer du warst und bist. Du kanntest und kennst mich nicht. Ich habe dich beobachtet. Dir zugesehen wie du einen Drink nach dem anderen in deinen Mund gegossen hast. Wie du mit deinen Kleidern, deiner Gestik, deinen Gesichtszügen gespielt hast. Wie du dich als Aufreisser, Stripper, Frauenheld, Tanzbanause gegeben hast. Wie du deine Haare immer wieder strikt nach hinten gedrückt hast. Auch hier, ganz im Privaten warst du ganz der Schauspieler. Immer. Und ich war begeistert von deiner Leidenschaft und Erschrocken über die Leichtigkeit sich in Rollen zu verlieren.

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Dec 3 '13

Licht

Du klemmst deine Kippe zwischen die Lippen. Irrst durch die Strassen. Kopfhörer auf. Haufenweise Strassen lässt du hinter dir. Dörfer. Städte. Du blickst nur in diese eine Richtung. In die Richtung des Lichts. Doch das Licht rennt weg. Er rennt weg. Nur in deinem Kopf steht er immer noch still so vor dir, lächelt dich an und greift nach deiner Hand. Er hält sich fest. Er hält dich fest. In deinen Gedanken immer wieder das Bild, seine Hand in deiner. Leise zerdrückst du deine Kippe mit den alten Schuhsohlen und zündest dir die Nächste an. Immer wieder. Zerdrücken. Anzünden. Weiter laufen. 

38 notes

Nov 29 '13

Lässt du mich fliegen?

28 notes

Nov 29 '13

Reise

Ich sitze nun also in diesem Zug, blicke aus dem Fenster und habe das Gefühl zum ersten Mal diese Strecke zu fahren und die Umgebung zu betrachten. Die Bäume, als hätten sie nie zuvor da gestanden. Die Häuser und Weiden. Es ist, als würde ich ein Gemälde zum ersten Mal sehen. Ein Gemälde, dass schon seit Jahren an einer weissen Wand in meinem Haus hängt. Meine Wahrnehmung ist neu und anders. Einmalig. Ich werde langsam müde, müde von den neuen Eindrücken und Gefühlen, gegenüber dieser Gegend, die mir bis heute so vertraut schien. Ich starre aus dem Fenster und lasse es auf mich einprasseln, das Neue.

Dies war der Text, den ich damals geschrieben habe. Damals, als ich mit dem Zug weg fuhr.

17 notes